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| | Extrem hohe Tierarztkosten
BunnyHilfe Sonder-Newsletter zum Brakel Notfall Ausgabe Juni

Inhalt
1. Notfall Brakel
1. Unser Notfall in Brakel, Kreis Höxter vom 19. Februar 2006.
Sicher werden einige von Euch unseren Brakel Notfall schon mitbekommen
haben. Da die Tierarztkosten allein für diese Brakel Tiere in den letzten 3
Monaten aber schon einen größeren
4 - stelligen (!!) Bereich erreicht haben, möchten wir Euch den Fall noch
einmal in Erinnerung rufen und ihn denjenigen, denen er bisher noch nicht
bekannt war, nahe bringen.

Anfang Februar 2006 informierte man uns über eine extrem schlechte
Kaninchenhaltung in einem kleinen Ort der Gemeinde Brakel imKreis Höxter.
Was uns beschrieben wurde, hörte sich wirklich schlimm an. Eine private
Züchterin sollte angeblich Kaninchen in dunklen Verschlägen züchten, um sie
dann gewinnbringend verkaufen zu können. Die Tiere wären zum Teil sehr krank
und benötigten tierärztliche Versorgung. Tiere, die von der Züchterin nicht
mehr gebraucht wurden, sei es, weil sie nach Aussage der Züchterin "häßlich"
oder auch krank wären, hätte sie schon mehrfach verschenkt. Es sei aber
dringender Handlungsbedarf nötig. Das zuständige Veterinäramt sei schon
mehrfach von verschiedenen Tierschützern auf diese Haltung hingewiesen
worden und wohl auch schon mehrere Male vor Ort gewesen, hätte aber nie
Auflagen erteilt, ja noch nicht einmal etwas bemängelt.

Am 11. Februar 2006 machten wir uns einen ersten Eindruck von der Haltung
vor Ort, natürlich inkognito, schließlich sollte die Züchterin ja nichts
merken. Vor den Augen unserer Kollegen wurden die Kaninchenweibchen
wiederholt in extrem grober Weise im Fell gegriffen und in Rückenlage auf
Gitterkäfige geworfen. Das die Häsinnen möglicherweise tragend sein konnten,
war der Vermehrerin zwar bewußt, ändert aber in keiner Weise etwas an ihrer
rüden Art mit den Tieren umzugehen. Tiere, die ?nicht in Frage? kamen,
wurden in ihre Ställe zurückgeworfen. ?Ausschußware? schenkte sie unseren
Mitarbeitern.

Am 19.Februar 2006 waren wir wieder mit mehreren Personen vor Ort, diesmal
aber um sie vielen Tieren wie möglich zu helfen und sie dort
herauszubekommen. Was sich uns da erneut für ein Anblick bot, ist fast nicht
zu beschreiben. Die Züchterin gewährte uns aber jetzt einen umfassenden und
schockierenden Einblick in ihre Buchten.
Die Kaninchen waren in zwei Baracken untergebracht. Die hintere der beiden
Baracken, eine Blechbaracke, wies mehrere total verdreckte, gammlige und
stinkende "Buchten" auf, die in keiner Weise ¤ 2 Absatz 2 TschG
entsprechen, da sich die ausgewachsenen Tiere gerade mal eben um die eigene
Achse drehen konnten, sich ihren Bedürfnissen entsprechend in keiner Weise
bewegen konnten, sich noch nicht mal aufrichten konnten. Jede einzelne Bucht
war schon lange nicht mehr ausgemistet worden. Eine mehrere Zentimeter hohe,
mit Kot und Urin durchtränkte Strohschicht, bildete die Unterlage, deren
oberste Lage eine komplette Kotschicht war, auf der die Kaninchenmütter mit
ihren Babies vor sich hinvegitierten. In keiner der Buchten stand den
Häsinnen eine Möglichkeit offen, ihre Würfe in geschützten trockenen und
warmen Hütten zur Welt zu bringen. Die Häsinnen waren gezwungen, ohne
vorhandenes Nestmaterial ihre Babies in den offenen nassen und kalten
Buchten zur Welt zu bringen.
Eine Häsin hatte einen knapp 10 - 14 Tage alten Wurf, bei den Kleinen
öffneten sich langsam die Augen, der ungeschützt, mit ein bischen Fell der
Mutter umgeben, offen in einer kalten mit Kot verklebten Bucht lag. Dass
durch diese nicht artgerechte Unterbringung der Muttertiere die Züchterin
den Verlust einiger Jungtiere billigend in Kauf genommen hat, schien ihr
völlig egal zu sein. In allen Buchten röchelte und nieste es.

Aber das Veterinäramt sei ja schon mehrfach vor Ort gewesen, hat aber nie
Handlungsbedarf gesehen!

Aufgrund des extrem schlechten Gesundheitszustandes, der sich in der
hinteren Baracke befindlichen Tiere, mußten wir umgehend handeln. Wir
entschieden uns direkt vor Ort, da die Züchterin nicht wußte, dass sie einen
Tierschutzverein vor sich hatte, so viele Kaninchen wie möglich aus ihrem
Elend "herauszukaufen", was eigentlich durch eine Amtshandlung der
zuständigen Behörde schon längst hätte erfolgen müssen. Die Züchterin griff
ein Tier nach dem anderen an der Stelle, die das Kaninchen ihr gerade
zuwendete. Mit absoluter Brutalität riß sie die Tiere entweder am Rückenfell
oder zerrte sie am Fell des Hinterleibes aus den Buchten und hielt sie zum
Teil kopfüber uns direkt vor die Nase. Bei diesen Tieren handelte es sich um
Jungtiere im geschätzten Alter von 3 bis 5 Monaten. Die Tiere hatten fast
alle eine nasse Nase, waren kotverklebt und je nach Fell total verfilzt.
Zudem hatten sie extrem aufgedunsene Bäuche. Wir packten alles ein, was sie
uns gab. Hauptsache den Tieren konnte endlich geholfen werden.
Völlig erstaunt war sie jedoch, als sie in unserer Gegenwart erst merkte,
dass eine Häsin wohl zwei Würfe durchbrachte. Die Jungtiere des ersten
Wurfes hatte sie uns schon gegeben, knappe 3 Monate alt und da "fand" sie
bei dem Muttertier tatsächlich noch weitere Babies, deren Alter von uns auf
knappe 3 Wochen am 19.02.2006 geschätzt wurde. Das Muttertier war völlig
ausgemergelt, hatte starken Schnupfen und röchelte extrem. Die Züchterin
lachte sogar noch als sie uns sagte, dass die Großen da wohl noch mit bei
der Mutter getrunken und sich bedient hätten. Was das aber für die arme
Häsin bedeutete war ihr egal. Die Vermehrerin ließ erst nach langem Reden
zu, dass wir auch die schwer kranke Häsin und ihren jungen Wurf mitnehmen
konnten, gegen Geld versteht sich. (Diese Häsin ist leider zwischenzeitlich
verstorben. Unsere Hilfe kam bei ihr zu spät).

Sie zerrte die Häsin, wie alle anderen Kaninchen bis dahin, am Fell des
Hinterleibes heraus, dabei fiel eins der Jungtiere aus der Bucht auf den
Boden, aus einer Höhe von ca. 30 bis 40 Zentimetern. Der Vermehrerin machte
dies aber gar nichts.
Die Häsin hätte sie, nach eigenen Angaben in 3 oder 4 Wochen verschenkt,
wenn die Babies ihre Mutter nicht mehr gebraucht hätten, denn "...wer will
schon so ein krankes Tier? Das kann man nur noch verschenken" (O-Ton
Vermehrerin). In 3 oder 4 Wochen hätte die Mutter aber bei der erneuten
einsetzenden Kälte nicht mehr gelebt.
In der gleichen Baracke befanden sich in der ersten Bucht oben links eine
Widderhäsin mit einem 5-er Wurf. Der Bauch der Häsin war völlig aufgedunsen,
die Babies mit Kot im Fell verschmiert. Die Häsin konnte sich noch nicht mal
in der Bucht ausstrecken, so klein war diese. Die Züchterin griff grob die
Kleinen, hielt sie uns vor die Nase und meinte, dass diese schöne
Fellzeichnung viel Geld bringen würde. Auch hier redeten wir sehr lange und
bekamen Mutter und Wurf für 100 Euro komplett.
In der direkt darunter befindlichen Bucht kauerte eine schwarze Häsin mit
ihrem 4-er Wurf. Die Häsin schnupfte sehr stark, ihre Nase war voller Eiter.
Eins ihrer Babies war scheinbar blind, auch das war der Züchterin bewußt,
sie erzählte uns, dass das vom Schnupfen käme und hätte tierärztlich
behandelt werden müssen. Sie hätte es aber nicht machen lassen und daher
wäre das Jungtier jetzt eben blind. Dieses Tier würde sie in einigen Wochen
auch verschenken, "...man könne sonst ja nichts damit anfangen" (O-Ton
Vermehrerin). Auch hier brachte Geld die Frau dazu, uns diese ebenfalls
kranke Häsin mit ihrem Wurf zu verkaufen.
In der Bucht ganz unten links saßen zwei ausgewachsene Kaninchen,
wohlgemerkt 2 Tiere, wo die Bucht schon für ein Tier viel zu klein ist! Eins
der Tiere war völlig apathisch, atmete sehr flach und hatte den kompletten
Schnauz-Nasenbereich voller Eiter. Auf die vielen Schnupfenfälle
angesprochen, antwortet die Züchterin, dass "..sie zwar wissen würde, dass
die Tiere alle Schnupfen hätten, sie sich aber nicht an die Tiere binden
möchte und von daher ihr Mann die Tiere versorgen würde. Und ihr Mann würde
da nicht auf irgendwelche Krankheiten achten" (O-Ton der Züchterin in
Gegenwart aller vor Ort befindlicher Personen). Diese Frau wußte also, dass
ihre Tier krank sind und ließ sie bewußt nicht behandeln! Sie ließ sie
leiden und vor sich hinvegitieren und nimmt somat auch den Tod der Tiere
billgend in Kauf.
Das apathische Kaninchen, einen Bock, schenkte sie uns dann, als sie unser
Interesse an ihm sah. Denn auch das kranke Tier können man ja nur noch
verschenken. Unsere Bemühungen, auch das zweite in der Bucht befindliche
Tier zu bekommen, scheiterten allerdings. Es handelte sich dabei, laut
Aussage der Züchterin um eine Häsin. Da sie mit einem unkastrierten, zwar
sehr kranken Bock zusammengesessen hat, ist auch hier eine Trächtigkeit zu
befürchten.
Auch scheiterten unsere Bemühungen, die noch in einer schmierigen Bucht
sitzende Häsin mit ihrem jungen Wurf (von dem oben schon berichtet wurde) zu
bekommen. Ein kurzer Blick auf das arme Tier und die Tür der Bucht wurde vor
uns zugeknallt.

Insgesamt haben wir der Frau inklusive der Babies 37 Tiere für zusammen 470
Euro abgekauft! Wir mußten direkt vor Ort entscheiden. Keiner von uns hätte
noch ein Auge zumachen können, wären wir gegangen ohne die Tiere
rauszukaufen. Nur so hatten wir ja die Beweise in der Hand, die wir
brauchten, um das Veterinäramt endlich zum Handeln zu bewegen - dachten wir
zumindest zu diesem Zeitpunkt.

Alle Tiere sind Tierärzten vorgestellt worden, die Krankheitszustände und
Krankheitsverläufe aller sind dokumentiert worden.
Natürlich erstatteten wir Anzeige beim zuständigen Veterinäramt und da wir
ja schon im Vorfeld aus den bisherigen Handlungen des Veterinäramtes ahnen
konnten, dass vermutlich wieder alles "im Sande verlaufen" würde, erstatten
wir zeitgleich Strafanzeige gegen die Züchterin bei der zuständigen
Staatsanwaltschaft, wegen Tierquälerei und Verstoßes gegen das
Tierschutzgesetzt in mehreren Punkten. Eine Woche nach Absenden unseres
Schreibens, wurden wir vom zuständigen Veterinäramt angerufen. Man hätte
bei besagter Züchterin weder die von uns beschriebene Haltung vorgefunden,
noch seien irgendwelche Tiere dort krank. Auch bei den Kontrollen im Vorfeld
wären nie kranke Tiere aufgefallen. Dass die Tiere, die wir dort rausgeholt
hätten, angeblich so krank wären, würde den Amtsveterinär schon verwundern.
Dann allerdings wurde von der zuständigen Behörde am Telefon mitgeteilt,
dass die Züchterin zugegeben hätte, dass sie uns die kranken Tiere
mitgegeben hätte. Kranke Tiere???? Wo doch angeblich der Behörde bei den
Vorkontrollen keine kranken Tiere aufgefallen sein sollen? Und wieso wurde
der Züchterin seitens der Behörde scheinbar gesagt, wer Anzeige erstattet
hätte und wieso sind wir in Person auch noch der Züchterin beschrieben
worden? Das Veterinäramt hat da schon den Grundstein gelegt, dass uns jetzt
direkt vor Ort die Hände gebunden sind und wir nicht weiter arme Tiere dort
rausholen können.
Das Veterinäramt erbat von uns Berichte der behandelnden Tierärzte, um sich
ein Bild von den "angeblichen " Krankheiten zu machen. Leider verzögerten
sich die Zusendungen der Berichte einzelner Tierärzte, so dass sich alles
immer mehr in die Länge zu ziehen drohte. Mittlerweile sind wir aber mehr
als froh, der zuständigen Behörde in Höxter nicht die Berichte der Tierärzte
zukommenlassen zu haben, denn am 26. April 2006 geschah Ungeheuerliches! Der
zuständige Amtsveterinär tauchte bei einer unserer Zeuginnen auf, um deren
private Tierhaltung zu kontrollieren!!! Die Tierhaltung wurde zum Teil
kritisiert und dann wurde unsere Zeugin verbal vom zuständigen
Amtsveterinär unter Druck gesetzt. Ziemlich abfällig soll der Wortlaut
gefallen sein " ....Sie und Ihre BunnyHilfe werden noch mit rechtlichen
Konsequenzen zu rechnen haben.....", dann verschwanden die Damen und Herren
vom Veterinäramt wieder und liefen direkt bei der Tierärztin unserer Zeugin
auf, um die Berichte der Behandlungen der besagten Tiere zu überprüfen.

Wir möchten das im Moment hier nicht weiter kommentieren, sondern nur
mitteilen, dass wir entsprechende rechtliche Schritte gegen dieses Verhalten
eingeleitet haben und auf unserer Seite weiter informieren werden, sobald
sich in dieser Angelegenheit etwas tut.

Anstatt sich um wirklich tierschutzwidrige Haltungen zu kümmern, in denen
die Tiere elendig "verrecken", werden die Tierschützer, die so etwas melden
unter Druck gesetzt. Hier haben wir einen extremen Fall, wie ein
Veterinäramt gegen Tierschützer arbeitet, anstatt Hand in Hand zu arbeiten.
Ob dies zum Wohl der Tiere geschieht, darüber kann sich jeder selber eine
Meinung bilden.

Im Vorfeld war in keiner Weise absehbar, dass die Tiere zum Teil so schwer
krank, bzw. so hartnäckig krank sind.
Die bisherige tierärztliche Versorgung dieser Tiere hat immense Kosten
verursacht und ein ziemliches Loch in unsere Vereinskasse gefressen.
Ein Großteil dieser Tiere leidet unter schwerem Kaninchenschnupfen, der zum
Teil dauerhafte Medikation erfordert, was finanziell auf Dauer eine weitere
erhebliche Belastung für unseren Verein bedeuten wird.
Mehrere dieser Tiere sind leider zwischenzeitlich in ihren Pflegestellen
verstorben, so ernsthaft krank waren sie.
Zu wissen, dass noch immer zahlreiche Kaninchen bei der Vermehrerin sind und
diese auch noch lustig mit Segen der zuständigen Behörde weitermacht, bricht
uns das Herz.

Aufgrund der immens hohen Tierarztkosten müssen wir hier nochmal einen
Aufruf machen und um Unterstützung für diese Tiere bitten.
Ihr würdet den Tieren sehr helfen, wenn Ihr eine Patenschaft für die
Würmchen übernehmen würdet, die jetzt zum ersten Mal in ihrem Leben
überhaupt erleben dürfen, was es heißt, Kaninchen zu sein.

Hier findet Ihr unser Patenschaftsformular

Wer sich nicht durch eine Patenschaft binden möchte, kann auch gerne eine
Spende auf folgendes Konto entrichten:

BunnyHilfe e.V.
Konto 201 19 06
Sparkasse Menden 447 500 65
Danke für's Lesen
Vorstand der BunnyHilfe e.V.
Monika, Silvia, Holger und Adriane
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