Notfall in Königsmoor im Frühjahr 2006

Mitte Mai 2006 erreichte uns der Notruf einer Dame, die verzweifelt versuchte eine misslungene Kaninchenzucht aufzulösen und die armen Tiere zu retten.
Eine Untermieterin auf einem Reiterhof hatte mit einer Kaninchenzucht begonnen um sich ihr Taschengeld aufzubessern. Diese Frau wollte mit geringsmöglichem Aufwand maximalen Gewinn erzielen, alles auf Kosten der Kaninchen. Die ca. 30 - 40 cm grossen Tiere (ausgestreckt zwischen 70 - 80 cm) mit einem durchschnittlichen Körpergewicht von 5 kg wurden in 50 x 50 cm grossen Holzboxen eingepfercht und übereinander gestapelt. Es gab dort weder Wasser noch Heu, die Haltung war erbärmlich. Die Tiere bekamen Gemüseabfälle, Fallobst und altes Brot. Sie verharrten dort in fast vollkommener Bewegungsunfähigkeit mit teilweise mehreren Tieren in einer Box (Mütter mit Welpen).

Wenn der Nachwuchs dann "reif war", wurden die Tiere zur Schlachtung auf Kleintiermärkten verhökert. Am schlimmsten litten die Zuchttiere unter der Haltung, die wenigen die gerettet werden konnten trugen Schäden für den Rest ihres Lebens davon, einige starben leider nach ihrer Befreiung an den Spätfolgen.

Der Notruf erreichte uns, als in der Zucht die RHD Seuche ausgebrochen war und die Züchterin fluchtartig den Hof verlassen hatte.

Die Besitzerin des Reiterhofes hatte glücklicherweise umgehend reagiert und den Amtstierarzt eingeschaltet, sie scheute weder Mühen noch Kosten um den Kaninchen zu helfen. Es wurde dann schnell gegen RHD geimpft. Für 24 der 74 Kaninchen kam allerdings jede Hilfe zu spät. 22 Welpen im Alter von ca. 2 Wochen hatten plötzlich keine Mütter mehr.

Aktive Tierschützer und die Betreiberin des Reiterhofes peppelten die Kleinen von Hand auf und schafften es mit vereinten Kräften alle am Leben zu erhalten.

In einer grossartigen Zusammenarbeit vieler Tierschützer konnten kurz nachdem die Quarantäne über die Zucht afgehoben wurde alle Tiere aus Ihren Gefängnissen befreit und in verschieden Pflegestellen und Endplätze vermittelt werden. An der Aktion waren Privatpersonen und Tierschutzvereine beteiligt. 25 der 50 überlebenden Tiere konnten über diverse Helfer untergebracht und versorgt werden, 25 Tiere wurden über die BunnyHilfe vermittelt respektive aufgenommen.

Leider verstarben noch 5 Tiere nach Ihrer Rettung, alle durch Spätfolgen der schlechten Haltung (Organschäden). Die verbliebene 45 Tiere sind wohl auf und haben nun ein schönes artgerechtes Kaninchenleben vor sich.