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| | Myxomatose - die Fakten

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Diagnose: Myxomatose! Für viele Kaninchenbesitzer ist diese Diagnose das Todesurteil für ihr Kaninchen. Das liegt leider daran, dass es gegen dieses Virus kein Mittel zur wirksamen Behandlung gibt. Die Kaninchen sterben, aber nicht an diesem Virus selbst, sondern in Folge dieses Virus an den sogenannten Sekundärinfektionen wie z. B. Lungenentzündung. Und diese Sekundärinfektionen gilt es, wirksam zu behandeln oder ihnen sogar durch Medikamente vorzubeugen. Da Myxomatose aber äußerst ansteckend und die Todesrate erfahrungsgemäß auch sehr hoch ist, raten die meisten Tierärzte zu umgehender Einschläferung erkrankter Tiere und sogar ganzer Bestände.

Was ist Myxomatose?
Die Myxomatose wird durch das Myxomatose-Virus, einer Art Pockenvirus, hervorgerufen. Sie wird übertragen durch den direkten Kontakt infizierter Tiere oder durch blutsaugende Insekten wie Mücken, Zecken, Milben, Flöhe o. ä. oder seltener durch den Menschen, der Kontakt mit kranken Tieren hatte. Eine Übertragung des Myxomatose-Virus auf den Menschen oder andere Tiere ist ausgeschlossen. Charakteristisch für diese Erkrankung sind Schwellungen und Ödeme der Haut. Auch der Geschlechtsbereich schwillt im Zuge der Erkrankung an.

Die Inkubationszeit ist von Tier zu Tier unterschiedlich. Im Allgemeinen kann man von fünf bis vierzehn Tagen ausgehen. Erste Anzeichen der Erkrankung sind geschwollene Augenlider, oft auch als "schlafende Augen" bezeichnet. Diese Schwellungen weiten sich dann über Nase, Maul und Ohren bis über den ganzen Körper aus. Meist schon nach einigen Tagen sind die Kaninchen "blind", allerdings liegt das an den extrem zugeschwollenen Augen, die es dem Kaninchen unmöglich machen, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden. Da auch Maul und Nase extrem anschwellen, kann es dem Kaninchen fast unmöglich sein, allein zu fressen oder zu trinken. Wildkaninchen sind in diesem Stadium eine leichte Beute für Raubtiere, oder sie verhungern. Hauskaninchen hingegen haben viel bessere Chancen, diese Krankheit zu überstehen, da sich ja ihr Besitzer gut um sie kümmern kann.

Im Akutstadium der Myxomatose platzen diese Ödeme reihenweise auf. Das Sekret aus diesen Ödemen ist hochgradig ansteckend für andere Kaninchen!

Weniger als zehn Prozent der erkrankten Wildkaninchen überleben. Die Überlebensrate bei Hauskaninchen könnte weitaus höher liegen als derzeit bekannt ist. Durch intensive Pflege durch den Besitzer, der darauf achten muß, dass das erkrankte Tier im Notfall auch gefüttert und getränkt werden muß, da es dem Kaninchen durch die geschwollene Schnauze unmöglich ist, dies zu tun, und der dem Kaninchen alle erdenklichen medizinische Hilfe geben muß, um z. B. einer Lungenentzündung vorzubeugen, kann ein an Myxomatose erkranktes Kaninchen sich wieder erholen. Dies kann Wochen, ja sogar Monate dauern!

Kann man Myxomatose nachweisen?
Jein, denn in Deutschland ist die Forschung auf dem Gebiet der Myxomatose leider sehr rückschrittlich. In England gibt es spezielle Verfahren, die frühestens am siebten Tag nach der Ansteckung durch In-Vitro-Tests das Virus nachweisen können. Der Höhepunkt ist am 28. Tag erreicht. Dann läßt sich das Virus am besten nachweisen.

Wie kann man Myxomatose vorbeugen?
Der wichtigste Schutz vor dieser Erkrankung ist die regelmäßige Impfung. Sie erfolgt alle vier bis sechs Monate, je nachdem, wie hoch der Infektionsdruck in der Region gerade ist.

Ab und zu kann an der Impfstelle eine leichte Geschwulst entstehen, die sich aber nach einiger Zeit wieder zurückbildet. Die Behauptung, dass Kaninchen, die gegen Myxomatose geimpft werden, nach einigen Tagen eine sogenannte "Impfmyxomatose" bekommen, ist so nicht ganz richtig. Kaninchen, die nach einer Impfung erkranken, wären früher oder später an Myxomatose erkrankt, da das Virus schon latent im Körper vorhanden war. Die Impfung hat es somit nur an den Tag gebracht. Kaninchen, die das Myxomatosevirus nicht latent in sich tragen, erkranken auch nicht durch eine Impfung.

Wie sicher ist diese Impfung?
Wie alle Impfungen garantiert auch die Myxomatoseimpfung keinen hundertprozentigen Schutz gegen diese schreckliche Krankheit. Sie ist aber die beste Möglichkeit, eine Immunität gegenüber Myxomatose zu erzielen. Auch geimpfte Tiere können erkranken, jedoch verläuft die Erkrankung in der Regel wesentlich leichter als bei nicht geimpften Tieren. Ebenfalls ist die &Uuuml;berlebensrate weitaus höher.

Lebenslang immun?
Nein! Entgegen der leider weit verbreiteten Meinung ist ein Kaninchen, das Myxomatose überlebt hat, nicht sein Leben lang immun gegen diese Krankheit! Wer sich darauf verläßt und sein Kaninchen nicht mehr impfen läßt, setzt es einem tödlichen Risiko aus. Untersuchungen zufolge sind die Tiere höchstens zwölf bis achtzehn Monate lang geschützt, dann nicht mehr. Es wird also dringend geraten, nach überstandener Krankheit diese Tiere ebenfalls wieder regelmäßig impfen zu lassen.

Informationen zur Myxomatose: Myxomatosis Helpline (englisch)

Lesen Sie bitte auch unsere weiterführenden Informationen unter "Myxomatose - Ein Erfahrungsbericht".
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