Myxomatose 

RHD-Schutzimpfung als vorbeugende Maßnahme

Die RHD / Hämorrhagische Krankheit ist wegen der hohen Infektiosität des Erregers neben der Myxomatose die verlustreichste Kaninchenseuche.

Ursache der RHD
Die RHD wird durch ein Virus ausgelöst. Erkrankte Kaninchen scheiden das Virus mit dem Kot aus. Danach ist das RHD-Virus bis zu 7 Monate in Stallungen, an Gerätschaften, an der Kleidung usw. lebensfähig und kann somit zur Infektionsquelle für andere Tiere werden. Typisch für die RHD sind plötzlich auftretende Todesfälle ohne vorher erkennbare Anzeichen einer Erkrankung (perakute Form). In der Regel wird die akute Form beobachtet. Der Tod tritt 2 - 3 Tage nach den ersten Krankheitsanzeichen ein.

Folgen der RHD
In ungeimpften Beständen sterben häufig alle älteren Tiere. Jungtiere bis zum Alter von 4 - 6 Wochen erkranken selten. Sie können aber nach Kontakt mit dem Erreger Virusausscheider werden, was zur Erhöhung des Infektionsdruckes führt.

Übertragung der RHD
Die Übertragung der RHD erfolgt einerseits durch den direkten Kontakt von infizierten oder erkrankten Tieren zum ungeschützten, empfänglichen Kaninchen über Kot, Harn, Speichel, Nasen- und Augensekret oder durch den Deckakt, Tierkauf, Ausstellungen usw. Auch ein indirekter Kontakt zum Erreger (z.B. über Kleidung, Futter, Arbeitsgeräte) kann diese Infektionskrankheit auslösen. Die Ansteckung vollzieht sich unter Praxisbedingungen hauptsächlich über den Verdauungskanal (orale Aufnahme des RHD-Virus). Sie kann aber auch über den Atemweg (aerogen durch Tröpfcheninfektionen über die Luft) erfolgen.

Schutzimpfungen gegen RHD
Neben allgemeinen Hygienemaßnahmen sind Schutzimpfungen die wichtigste und erfolgreichste Vorbeugemaßnahme. Rechtzeitig und regelmäßig durchgeführt bieten Impfungen eine hohe Sicherheit gegenüber der RHD. Mit dem inaktivierten Impfstoff können Kaninchen, einschließlich tragende Häsinnen, geimpft werden.

In infektionsgefährdeten Tierbeständen und Gebieten ist die Impfung der Jungtiere unabhängig vom Gehalt der Muttermilch an Abwehrstoffen bereits ab einem Alter von 4 - 6 Wochen zu empfehlen. In diesen Fällen ist eine Wiederholungsimpfung nach 3 - 4 Wochen durchzuführen.
In Gebieten ohne entsprechende Infektionsgefährdung ist eine Impfung in der 8. - 12. Lebenswoche ausreichend. Die Impfung sollte mindestens einmal jährlich wiederholt werden. In diese Vorbeugemaßnahmen ist immer der gesamte Bestand einzubeziehen. Impflücken sind insbesondere unter Jungtieren zu vermeiden.

Die Wirksamkeit von Impfungen kann durch ungünstige Haltungsbedingungen sowie durch Kokzidien- und Parasitenbefall oder versteckte bakterielle Infektionen negativ beeinflusst werden. Mit diesen Erregern belastete Tiere reagieren nur mit einer ungenügenden Ausbildung von Abwehrstoffen, was den Wert einer Impfung erheblich einschränkt.

Die Entwicklung und Herstellung von Kaninchenimpfstoffen verfolgt das Ziel, für die Tiere hochwirksame Mittel zur Verhütung von Infektionskrankheiten zur Verfügung zu stellen. Für den Erfolg von Impfungen ist neben der Beachtung von wissenschaftlichen, technischen und rechtlichen Bedingungen ein vertrauensvolles Miteinander von Besitzer und Tierarzt entscheidend.